Karin Rohner


Advents- und Weihnachtskalender
2. Dezember

 
Auf der Suche nach dem warmen Platz in der Erinnerung

Schneemann

Schneemann - von meinem Sohn in der Grundschule gemalt

Der Duft des Schnees
 
Erinnerts du dich noch an den Duft des Schnees?

Ein Duft wie nach frisch gewaschener Wäsche, die an einem klaren Wintertag draußen im Wind flatterte. Am Abend hole ich sie ins Haus. Kalt liegt sie in meinen Händen. Und wenn ich die Nase hineinstecke, so rieche und spüre ich den Wind.

Schnee duftet in unseren Breiten immer nach Wind. Sobald ich die Tür nach draußen öffne, fegt er mir entgegen, reißt mir die Pudelmütze vom Kopf. Übermütig wirbelt er die Flocken in den Himmel, legt sie in sanften Wellen auf Berge und Täler.

Doch wenn der Wind verstummt, gibt es kein Halten - raus in den Schnee! Noch einmal Kind sein - sich in das unberührte Weiß werfen und sich mit anderen Kindern balgen.

Am schönsten ist das heimelige Verweilen im Schnee. Sich in das frische weiße Bett fallen zu lassen. Spüren, wie es den Körper umhüllt. Mit ausgebreiteten Armen einen Engel in den Schnee zaubern. Bewegungslos liegen, in sich geborgen der Winterstille lauschen. Zu Anfang ist da noch ein feines Knistern. Bis sich das Schweigen im ganzen Körper ausbreitet.
 
Lass uns ein paar Minuten verharren. Den Duft des Schnees einatmen.
 
© Karin Rohner



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Advents- und Weihnachtskalender - Geschichten zu Advent und Weihnachten

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