Karin Rohner


 Advents- und Weihnachtskalender 2012
4. Dezember

 
Auf der Suche nach dem warmen Platz in der Erinnerung

Weihnachten

"Macht hoch die Tür..."


Egal, welchen Fernsehsender ich zur Zeit einschalte - jedes Gespräch beginnt mit:  "Jetzt, wo Weihnachten vor der Tür steht..."

Und dann beginnen sie, die täglichen Bastel-, Deko- und Geschenketipps, Koch- und Backrezepte - und Dutzende guter Ratschläge, wie man die restliche Zeit bis zum Fest am sinnvollsten nutzen kann und sollte.
Nichts wäre schlimmer, als dem Umstand, dass da einer vor der Tür steht, keine  Aufmerksamkeit zu schenken.
Man kann sich z.B. einen Spickzettel machen - es reicht auch eine Handfläche - mit all den Dingen, die es noch zu erledigen gilt, bevor Weihnachten mit der Tür ins Haus fällt.

Diese Ratschläge stoßen bei mir auf Unverständnis. Mich interessiert viel mehr, warum Weihnachten wochenlang vor meiner Tür rumsteht. Wie oft habe ich die Haustür ganz langsam geöffnet, um es ja nicht zu verscheuchen. Aber da war nichts! Auch spontanes oder ruckartiges Öffnen brachte nichts. Vor meiner Tür herrscht gähnende Leere. Selbst der Blick durch das Schlüsselloch hilft mir nicht weiter.

Vielleicht liegt es daran, dass ich die Tür zur falschen Zeit öffne, dass Weihnachten nur abends, wenn es dunkel ist, vor meiner Haustür steht und wartet, dass ich ihm öffne.
Doch da hat es bei mir ganz schlechte Karten. Meine Gartenpforte ist des Nachts verschlossen. Weihnachten müsste sich schon über den Gartenzaun schwingen. Ob es nach der wochenlangen Türsteherei noch über so viel Kraft verfügt - ich bezweifle es...

Darum steht mein Entschluss fest: Heiligabend werde ich alle Schlüssel verstecken, Pforten, Türen und Fenster weit öffnen, einen Weihnachtsteller mit Pfefferkuchen und einen Becher Glühwein am Haupteingang deponieren, damit das geplagte Freudenfest sich für weitere große Unternehmungen stärken kann. Vielleicht habe ich Glück und Weihnachten kommt zu mir ins Haus, weil es denkt: "In diesem Haushalt kriegste wenigstens was zu essen und zu trinken!"
Liebe geht bekanntlich durch den Magen!
 

© Karin Rohner



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