Karin Rohner


Advents- und Weihnachtskalender
13. Dezember

 
Auf der Suche nach dem warmen Platz in der Erinnerung

Riesenbär
Der Teddybär "Riese" ist 90 cm groß und lebt seit 40 Jahren bei uns. 
Der Weihnachtsbär Riese

Vor langer, langer Zeit, als das Leben noch jung war, ließ ich bei schönem Wetter im Haus alles stehen und liegen, schnappte mir meinen Sohn, bugsierte ihn in den Kindersitz an meinem Fahrrad - und ab ging die Post. "Schneller, Mutti! Schneller!" rief er. Und ich trat wie verrückt in die Pedale.
Auf diese rasante Weise haben wir Lübeck und umliegende Dörfer erobert. Auch in die Innenstadt radelten wir. Ich schloss das Rad bei den Salzspeichern an, und wir gingen zu Fuß weiter in Richtung Marktplatz. Auf der rechten Seite der Holstenstraße befand sich das Kepa-Kaufhaus, in dem es so ziemlich alles zu kaufen gab, was der Mensch brauchte. Am liebsten hielten wir uns in der Speilzeugabteilung im Keller des Gebäudes auf.

Als die Adventszeit nahte, saß zwischen den Spielsachen eines Tages ein riesengroßer Teddybär. Mein zweijähriger Sohn H. erblickte ihn, seine Augen strahlten - und mit dem Aufschrei: "Riese!" stürzte er sich auf den Bären. Von nun an besuchten wir den Teddybären jede Woche, und in mir reifte der Entschluss, dieser Bär sollte es zu Weihnachten sein. Ein vermessener Gedanke, da er fünfundachtzig D-Mark kostete. Diesen Wunsch habe ich dann mit meinem Mann "abgeglichen", und ein paar Tage vor Weihnachten fuhr ich allein in die Satdt und kaufte den Riesen.

Das gab ein Hallo am Heiligabend! Unser Sohn balgte sich mit dem Bären herum und freute sich diebisch, wenn wir dafür sorgten, dass der zurück boxte.
Bis mein Mann auf die Idee kam, den Bären auf den neuen roten Traktor zu setzen. Das gefiel dem stolzen Besitzer überhaupt nicht. Immer wieder warf er den Bären vom Bock. Erst als der Riese sich mit einem Platz im Anhänger zufrieden gab, ließ der Sohn ihn gewähren.

Als die Zeit kam, um zu Bett zu gehen, gab es die nächste Überraschung: Unser Sohn wollte den Bären nicht mit ins Bett nehmen. Der Riese war wohl doch eine Nummer zu groß. Wir einigten uns schließlich darauf, dass der Teddybär die erste Nacht in seinem neuen Zuhause im Elternbett verbringen durfte.

Seit mein Sohn nicht mehr mit Teddys spielt, sitzt der Riese im Wohnzimmer auf dem Sofa, sehr zur Freude der Besucherinnen. Unter meinen Freundinnen gibt es eine ausgesprochene Teddynärrin. Sie lässt den Bären während des ganzen Besuchs nicht mehr los....

© Karin Rohner

Mein Teddybär



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Advents- und Weihnachtskalender - Geschichten zu Advent und Weihnachten

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